Du baust eine Autohandel-Software. Alles läuft: Fahrzeuge anlegen, Kunden verwalten, Rechnungen erstellen. Dann kommt die Anfrage, die jedes DMS-Projekt irgendwann trifft:
„Wir brauchen einen DATEV-Export.”
Kann ja nicht so schwer sein, denkst du. CSV-Datei, ein paar Zahlen, fertig.
Dann öffnest du die DATEV-Schnittstellenbeschreibung (EXTF v7.0). 120 Spalten. Eine kryptische Kopfzeile. Und eine Buchungslogik, die zwischen Bilanz und EÜR unterscheidet, zwischen §25a und Regelbesteuerung, zwischen EU und Drittland — und bei jedem Steuerfall andere Konten, andere Gegenbuchungen und andere Regeln verlangt.
Dieser Artikel zeigt die vollständige DATEV-Buchungslogik für den Autohandel. Nicht vereinfacht. Nicht auf einen Steuerfall reduziert. Sondern so, wie wir bei Autaxo Hunderte Stunden investiert haben, um es richtig zu machen — mit echten Buchungstabellen, allen Steuerfällen und den Fehlern, die uns auf dem Weg begegnet sind.
✅ Geprüft von: Julian Alessio Goßen (B.A. Taxation, M.A. Taxation i.A. — Steuerliche Architektur Autaxo) und Leonard Niehaus (CTO — Technische Implementierung DATEV-Schnittstelle)
📅 Stand: 23. Februar 2026 · Erstveröffentlichung: 22. Februar 2026
🔄 Update-Policy: Dieser Artikel wird bei Änderungen der DATEV-EXTF-Spezifikation oder relevanter Steuervorschriften aktualisiert. Letzte Prüfung: 23.02.2026.
🧰 Passende Tools:
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Key Takeaways (TL;DR)
- Bilanz vs. EÜR bestimmt die gesamte Buchungslogik: Bilanz nutzt Bestandskonten + WE-VK-Ausbuchung; EÜR bucht Wareneinkauf direkt als Aufwand (OPOS-wirksam bei Zahlung).
- §25a-Verkäufe laufen über zwei Erlöskonten: 8193/4138 (Gesamt) und 8191/4136 (Marge). Kein BU-Schlüssel nötig.
- BU-Schlüssel werden nur an einer Stelle gesetzt: BU 40 für igE-Umbuchungen. Sonst nirgends.
- Debitor/Kreditor (OPOS) ist Standard: Debitor =
10000 + Kundennr., Kreditor =70000 + Kundennr.— stabil über alle Exporte. - Teilzahlungen & Barzahlungen erzeugen zusätzliche OP-Ausgleichsbuchungen (Kasse an Debitor/Kreditor).
- WE-VK immer zum EK (netto), Reparaturen erhöhen den Bestand nicht. Auslösung bei Rechnungsstellung.
- Drittland-Erlöse gehen auf 8120/4120 (steuerfrei), nicht auf das generische Umsatzkonto.
- EU-Lieferungen: USt-IdNr. inkl. Länderpräfix in EXTF-Feld 40 (EU-Land u. UStID), ZM nach Rechnungsdatum.
- Drei Exportwege: EXTF/CSV (Backup), BDS via API (Buchungen), Belegtransfer (PDFs) — parallel nutzbar, automatische Belegverknüpfung nur bei BDS+Belegtransfer.
- Vorsteuer auf Reparaturen bei §25a-Fahrzeugen: abzugsfähig (§15 UStG), mindert aber nicht die Marge.
Kurzdefinition
Der DATEV-Export im Autohandel überträgt Buchungsdaten aus einer Autohandel-Software (DMS) in das DATEV-EXTF-Format oder per BDS-API direkt in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen. Die Buchungslogik unterscheidet zwischen Bilanz (Bestandskonten, WE-VK-Ausbuchung, Debitor/Kreditor) und EÜR (Wareneinkauf direkt als Aufwand, EÜR-wirksam erst bei Zahlung/OPOS-Ausgleich). Jeder Steuerfall — §25a, Regelbesteuerung, igL, Drittland — erfordert eigene Konten und eigene Buchungsmechanik.
Teil 1: Soll und Haben — Nicht das, was du denkst
Wichtigste Regel: Soll ≠ Plus, Haben ≠ Minus.
Soll und Haben bezeichnen die Seite einer Buchung in der doppelten Buchführung, nicht das Vorzeichen.
| Kontotyp | Soll = | Haben = |
|---|---|---|
| Aktivkonto (Bank, Bestand, Forderungen) | Zunahme ↑ | Abnahme ↓ |
| Passivkonto (Verbindlichkeiten, EK) | Abnahme ↓ | Zunahme ↑ |
| Ertragskonto (Erlöse) | Abnahme ↓ | Zunahme ↑ |
| Aufwandskonto (Kosten, Wareneingang) | Zunahme ↑ | Abnahme ↓ |
Merksatz: Aktiv- und Aufwandskonten nehmen im Soll zu. Passiv- und Ertragskonten nehmen im Haben zu. Jeder Buchungssatz hat immer eine Soll- und eine Haben-Seite.
Im DATEV-EXTF-Format
Gemäß der DATEV-Schnittstellenbeschreibung (Abschnitt Buchungsstapel) verwendet DATEV einzeilige Buchungssätze. Das S/H-Kennzeichen (Spalte B) bezieht sich auf das Konto in Spalte G:
S= Konto in Spalte G wird im Soll gebuchtH= Konto in Spalte G wird im Haben gebucht
Das Gegenkonto (Spalte H) wird automatisch auf der anderen Seite gebucht.
Teil 2: Drei Wege zum Steuerberater
Autaxo unterstützt drei Exportwege:
1. EXTF/CSV (Buchungsstapel) — Manueller Download
Eine EXTF-konforme CSV-Datei wird heruntergeladen. Die Kanzlei importiert sie manuell in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen.
Empfohlen für: Kanzleien ohne DUO-API-Zugang oder die lieber manuell prüfen.
2. BDS (Belegdaten-Service) via DATEV Accounting API
Vollautomatischer API-Push über die DATEV Accounting API: Autaxo erzeugt den EXTF-Buchungsstapel und überträgt ihn direkt in das DATEV-Rechnungswesen des Mandanten.
Voraussetzung: OIDC-Verbindung (OAuth 2.0 + PKCE gemäß DATEV-Spezifikation) mit dem DATEV-Konto des Beraters. Empfohlen für: Selbstbucher und Kanzleien mit DUO.
3. Belegtransfer (Belege Online / Documents API)
Zusätzlich zu den Buchungszeilen werden die zugehörigen PDF-Rechnungen direkt in DATEV Belege Online hochgeladen. Die GoBD-konforme Belegverknüpfung entsteht automatisch.
Welcher Weg für welchen Händler?
| Händlertyp | Empfehlung | Warum? |
|---|---|---|
| Kleiner Händler, EÜR, SKR03 | EXTF/CSV-Download | Kanzlei importiert manuell, kein API-Setup nötig |
| Mittelgroßer Händler, Bilanz, Selbstbucher | BDS + Belegtransfer | Vollautomatischer Push inkl. Belege |
| Mehrmarken-Autohaus, SKR51 | BDS + Belegtransfer | SKR51-Kontenrahmen vollständig hinterlegt |
| Viel §25a + igL-Geschäft | BDS + Belegtransfer | §25a-Marge-Split und igL werden korrekt automatisiert |
RDS 1.0/2.0 werden von Autaxo nicht genutzt — diese Schnittstellen sind veraltet und werden durch die REST-API abgelöst.
Exportwege in der Praxis: Parallelbetrieb & Belegverknüpfung
Können EXTF, BDS und Belegtransfer parallel genutzt werden?
Ja. Autaxo kann parallel eine EXTF-Datei für einen Exportmonat erzeugen (manueller Download) und zusätzlich Buchungsdaten per BDS übertragen sowie Belege per Belegtransfer hochladen. Wichtig: In DATEV darf der Monat faktisch nur einmal verbucht werden. Wenn BDS genutzt wird, sollte die EXTF-Datei in der Regel nur als Backup/Preview dienen, nicht als zusätzlicher Import.
Sind die Buchungszeilen bei BDS identisch zum EXTF?
Ja. Autaxo generiert für BDS denselben Buchungsstapel wie für den EXTF-Export — es gibt keine Unterschiede in der Buchungslogik. Die gleichen Konten, Beträge und BU-Schlüssel.
Belegtransfer & Belegverknüpfung
Autaxo nutzt die DATEV-konforme Belegverknüpfung („Beleglink/Belegverlinkung”), sodass hochgeladene PDF-Rechnungen automatisch mit den zugehörigen Buchungen verknüpft werden. Diese automatische Verknüpfung entsteht im Zusammenspiel aus BDS + Belegtransfer — weil dort die PDFs auch wirklich in DATEV ankommen. Beim reinen EXTF-Download ohne API-Upload werden keine PDFs übertragen — daher entsteht dort keine automatische Belegverknüpfung.
Teil 3: Das EXTF-Format — Aufbau
Die Kopfzeile
"EXTF";700;21;"Buchungsstapel";13;20260223120000000;;"RE";"";"";29098;55003;20260101;4;20260101;20261231;"Buchungsstapel";"";1;0;0;"EUR";;"";;;;"03";;;;"";""
Hinweis: Die Kopfzeile muss in der EXTF-Datei eine einzige Zeile sein (kein Zeilenumbruch). Im Blog kann sie durch die Darstellung umbrechen — in der exportierten CSV darf sie das nicht.
| Position | Feld | Wert | Erklärung |
|---|---|---|---|
| 1 | Formatkennung | EXTF | Immer „EXTF” für Import |
| 2 | Version | 700 | Aktuelle DATEV-Schnittstellenversion |
| 3 | Datenkategorie | 21 | 21 = Buchungsstapel |
| 11 | Beraternummer | 29098 | 5-stellig, vom Steuerberater |
| 12 | Mandantennummer | 55003 | 5-stellig, vom Steuerberater |
| 14 | Sachkontenlänge | 4 | 4 = Konten 1000–9999, ab 10000 = Personenkonten |
| 27 | Kontenrahmen | 03 | 03 = SKR03, 04 = SKR04 |
Die wichtigsten Buchungszeilen-Felder
| Spalte | Feld | Beispiel | Erklärung |
|---|---|---|---|
| A | Umsatz | 18500,00 | Betrag, immer positiv |
| B | S/H-Kennzeichen | S | Bezieht sich auf Konto in Spalte G |
| C | WKZ Umsatz | EUR | ISO-Währungscode |
| G | Konto | 10001 | Debitor (Personenkonto) |
| H | Gegenkonto | 8193 | Erlöskonto (Sachkonto) |
| I | BU-Schlüssel | (meist leer) | Nur bei igE-Umbuchung (BU 40) |
| J | Belegdatum | 2302 | Format: TTMM (nicht MMTT!) |
| K | Belegfeld 1 | RE-2026-042 | Rechnungsnummer (Belegverknüpfung) |
| L | Buchungstext | VK BMW 320i §25a | Max. 60 Zeichen |
| 40 | EU-Land u. UStID | FR12345678901 | USt-IdNr. inkl. Länderpräfix (bei igL/igE) |
Teil 4: Bilanz vs. EÜR — Der fundamentale Unterschied
Kurzantwort: Bilanz = Bestandskonto + WE-VK-Ausbuchung + Debitor; EÜR = Aufwand direkt, erst bei Zahlung/OP-Ausgleich wirksam.
Die Gewinnermittlungsart bestimmt die gesamte Buchungslogik.
Bilanz (Betriebsvermögensvergleich)
- Einkauf geht auf Bestandskonto (z.B. 3980)
- Verkauf über Debitor (10xxx) gegen Erlöskonto
- Beim Verkauf: zusätzliche WE-VK-Ausbuchung (Wareneingang-Verkaufs-Konto gegen Bestand)
- Periodengerecht: Erlös und Aufwand im Zeitraum der Leistung
EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
- Einkauf geht direkt auf Wareneinkaufskonto (z.B. 3200) gegen Kreditor
- Keine Bestandskonten, keine WE-VK-Ausbuchung
- OPOS-Logik: Buchung wird erfasst, aber EÜR-wirksam erst bei Zahlung (OP-Ausgleich)
- Verkauf ebenfalls über Debitor gegen Erlöskonto
Diese Unterscheidung zieht sich durch jeden einzelnen Case in diesem Artikel.
WE-VK im Detail: Wertansatz und Zeitpunkt
Wertansatz: Die WE-VK-Ausbuchung (Bestandsausbuchung) erfolgt in Autaxo immer zum EK (netto). Reparaturkosten erhöhen den Bestandswert nicht — sie werden als separater Aufwand erfasst und fließen nicht in den WE-VK-Wertansatz ein.
Steuerlicher Hinweis: Bei Einzeldifferenz (§25a) gilt: Nebenkosten nach Erwerb (z.B. Reparaturen) mindern die Bemessungsgrundlage der Differenzbesteuerung nicht. Die Vorsteuer aus Reparaturrechnungen ist aber separat abzugsfähig (§15 UStG). Bei negativer Differenz ist die Bemessungsgrundlage 0 €.
Zeitpunkt: In der Bilanzlogik wird die WE-VK-Ausbuchung in Autaxo bei Rechnungsstellung (Verkauf) ausgelöst — nicht erst bei Zahlung. Die Bestandsausbuchung ist damit periodengerecht.
Teil 4b: OPOS, Debitoren & Kreditoren — So macht es Autaxo
Autaxo arbeitet OPOS-basiert über Debitoren/Kreditoren (Personenkonten). Jeder Kunde oder Lieferant erhält beim Anlegen eine Kundennummer.
Debitor/Kreditor-Logik (Kontonummern)
Beim DATEV-Export bildet Autaxo daraus deterministisch die Personenkonten:
| Personenkonto | Formel | Beispiel (Kundennr. 42) |
|---|---|---|
| Debitor | 10000 + Kundennummer | 10042 |
| Kreditor | 70000 + Kundennummer | 70042 |
Damit bleiben Personenkonten stabil über alle Exporte hinweg — die Kanzlei kann sich darauf verlassen, dass Debitor 10042 immer denselben Kunden meint.
Kann ein Kunde Debitor UND Kreditor sein?
Ja. Ein Kunde kann gleichzeitig als Käufer (Debitor) und als Verkäufer (Kreditor) auftreten — z.B. bei Inzahlungnahme. Es sind dabei zwei unterschiedliche Personenkonten:
- als Debitor immer
10000 + Kundennummer - als Kreditor immer
70000 + Kundennummer
Eine „automatische Verrechnung” über identische Konten findet daher nicht statt. Verrechnungen (z.B. die 10.000 € Inzahlungnahme gegen die 25.000 € Kaufpreis) erfolgen in DATEV über entsprechende Ausgleichsbuchungen.
Teilzahlungen und Barzahlungen (OP-Ausgleich)
Autaxo unterstützt Teilzahlungen. Werden Zahlungen im Deal als Barzahlung erfasst, erzeugt Autaxo im Export eine zusätzliche Zahlungsbuchung, die den OP (teilweise) ausgleicht:
| Vorgang | Soll | Haben | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Kunde zahlt bar | 1000 (Kasse) | 10xxx (Debitor) | OP-Ausgleich (teil- oder vollständig) |
| Lieferant wird bar bezahlt | 70xxx (Kreditor) | 1000 (Kasse) | OP-Ausgleich (teil- oder vollständig) |
Beispiel Teilzahlung: Rechnung 18.500 €, Kunde zahlt 10.000 € bar → Zahlungszeile über 10.000 €; der Restbetrag (8.500 €) bleibt als offener Posten bestehen, bis die nächste Zahlung erfasst wird.
Teil 5: Die Kontenreferenz
Alle Konten, die im Autohandel relevant sind — für alle drei Kontenrahmen:
| Konto-Typ | SKR03 | SKR04 | SKR51 |
|---|---|---|---|
| Bestand regelbesteuert | 3980 | 1140 | 3100 |
| Bestand §25a | 3980 | 1140 | 3110 |
| WE regelbesteuert (EÜR) | 3400 | 5400 | 5202 |
| WE §25a (EÜR) | 3200 | 5200 | 5201 |
| WE igE | 3425 | 5425 | 5203 |
| WE Drittland | 3551 | 5551 | 5204 |
| Umsatz regelbesteuert | 8400 | 4400 | 8100 |
| Umsatz §25a Gesamt | 8193 | 4138 | 8110 |
| Umsatz §25a Marge | 8191 | 4136 | 8111 |
| Umsatz §25a Marge negativ | 8193 | 4138 | 8112 |
| Umsatz igL | 8125 | 4125 | 8928 |
| Umsatz Drittland | 8120 | 4120 | 8924 |
| WE-VK regelbesteuert | 3201 | 5201 | 5202 |
| WE-VK §25a | 3202 | 5202 | 5201 |
| WE-VK igL | 3203 | 5203 | 5203 |
| WE-VK Drittland | 3204 | 5204 | 5204 |
| Vorsteuer | 1576 | 1406 | 1576 |
| Umsatzsteuer | 1776 | 3806 | 1776 |
| Debitor | 10xxx | 10xxx | 10xxx |
| Kreditor | 70xxx | 70xxx | 70xxx |
Hinweis SKR03/04: Bestand regelbesteuert und Bestand §25a verwenden dasselbe Konto (3980 bzw. 1140). In SKR51 sind sie getrennt (3100 vs. 3110).
Tipp für Autohändler: Welcher Kontenrahmen für dich der richtige ist, klärt dein Steuerberater. SKR03 ist der Klassiker, SKR04 folgt der Bilanzgliederung, SKR51 ist der Branchenkontenrahmen für den Kfz-Handel.
Teil 6: Alle Steuerfälle — Die Canonical Cases
Alle Beispiele zeigen SKR03 für Bilanz und EÜR. Bei SKR04/SKR51 gelten die Kontonummern aus der Referenztabelle oben.
Case 1: §25a Differenzbesteuerung — Standardverkauf
Szenario: EK 15.000 € von Privatperson, VK 18.500 € an Privatkunden.
Hintergrund: Bei der Differenzbesteuerung nach §25a UStG (Praxis-Guide) wird nur die Marge (VK minus EK) besteuert. Voraussetzung: Einkauf ohne Vorsteuerabzug (z.B. von privat).
Einkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3980 (Bestand §25a) | 70xxx (Kreditor) | 15.000,00 | — | EK brutto; kein Vorsteuerausweis |
Verkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 18.500,00 | — | VK-Bruttobetrag gesamt |
| 2 | 8193 (Gesamt) | 8191 (Marge) | 3.500,00 | — | Marge = 18.500 − 15.000 |
| 3 | 3202 (WE-VK §25a) | 3980 (Bestand §25a) | 15.000,00 | — | Bestandsausbuchung |
Einkauf (EÜR):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3200 (WE §25a) | 70xxx (Kreditor) | 15.000,00 | — | Sofortiger Aufwand; kein Bestandskonto |
Verkauf (EÜR):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 18.500,00 | — | VK-Bruttobetrag |
| 2 | 8193 (Gesamt) | 8191 (Marge) | 3.500,00 | — | Marge |
Kein BU-Schlüssel nötig. Die §25a-Konten (8193/8191) sind DATEV-Automatikkonten und tragen die Steuerlogik. DATEV erkennt anhand der Konten, dass nur die Marge besteuert wird.
USt-Berechnung: Marge 3.500 € ÷ 1,19 × 0,19 = 558,82 € USt (versteckt in der Marge, nicht separat ausgewiesen).
Case 2: Regelbesteuerung — Fahrzeug mit Vorsteuerabzug
Szenario: EK 20.000 € netto + 3.800 € USt von Händler, VK 27.000 € brutto an Privatkunden.
Einkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3980 (Bestand regelbesteuert) | 70xxx (Kreditor) | 20.000,00 | — | EK netto |
| 2 | 1576 (Vorsteuer) | 70xxx (Kreditor) | 3.800,00 | — | 19% Vorsteuer |
Verkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8400 (Umsatz regelbesteuert) | 27.000,00 | — | VK brutto |
| 2 | 3201 (WE-VK regelbesteuert) | 3980 (Bestand regelbesteuert) | 20.000,00 | — | Bestandsausbuchung EK netto |
Einkauf (EÜR):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3400 (WE regelbesteuert) | 70xxx (Kreditor) | 23.800,00 | — | Bruttobetrag; bei EÜR kein VSt-Split |
Verkauf (EÜR):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8400 (Umsatz regelbesteuert) | 27.000,00 | — | VK brutto |
Case 3: Inzahlungnahme (Tausch mit Baraufgabe)
Szenario: Kunde kauft Auto A (VK 25.000 €), gibt Auto B in Zahlung (Wert 10.000 €), zahlt 15.000 € bar.
In Autaxo entstehen zwei separate Transaktionen, die über Debitor/Kreditor verrechnet werden:
Transaktion 1 — Verkauf Auto A (§25a, Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 25.000,00 | — | VK brutto |
| 2 | 8193 (Gesamt) | 8191 (Marge) | Marge | — | VK − EK des verkauften Fahrzeugs |
| 3 | 3202 (WE-VK §25a) | 3980 (Bestand) | EK | — | Bestandsausbuchung |
| 4 | 1000 (Kasse) | 10xxx (Debitor) | 15.000,00 | — | Barzahlung |
Transaktion 2 — Ankauf Auto B (§25a, Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3980 (Bestand §25a) | 70xxx (Kreditor) | 10.000,00 | — | EK Inzahlungnahme |
Die Verrechnung der 10.000 € zwischen Debitor und Kreditor erfolgt buchhalterisch durch die Kanzlei oder automatisch, wenn Debitor = Kreditor (selber Kunde).
Case 4: Innergemeinschaftliche Lieferung (igL) — Verzicht auf §25a
Szenario: Händler kauft GW von privat (15.000 €, §25a-fähig), verkauft an EU-Händler (18.500 €). Autaxo schlägt automatisch den Steuerfall „EU-Ausland” vor.
Hintergrund: Bei Anwendung der Differenzbesteuerung ist die Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen ausgeschlossen (§25a Abs. 7 Satz 1 UStG). Wer die igL steuerfrei abwickeln will, muss daher auf die Differenzbesteuerung verzichten — das ist je Lieferung möglich (§25a Abs. 8 UStG).
Einkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3980 (Bestand §25a) | 70xxx (Kreditor) | 15.000,00 | — | EK brutto |
Verkauf an EU-Händler (igL, Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8125 (Umsatz igL) | 18.500,00 | — | VK steuerfrei (§6a UStG) |
| 2 | 3203 (WE-VK igL) | 3980 (Bestand) | 15.000,00 | — | Bestandsausbuchung |
Feld 40 (EU-Land u. UStID) mit der vollständigen USt-IdNr. inkl. Länderpräfix befüllen (z.B.
FR12345678901). Die Lieferung muss in der Zusammenfassenden Meldung (ZM) gemeldet werden.
SKR51-Besonderheit: In SKR51 sind die Bestandskonten getrennt (3110 = §25a, 3100 = regelbesteuert). Da die igL-Verkaufsbuchung auf Bestand regelbesteuert (3100) ausbucht, wäre bei SKR51 eine zusätzliche Umbuchung 3110 → 3100 nötig. Diese Umbuchung ist in Autaxo aktuell noch nicht automatisiert.
Case 5: Drittland-Export (z.B. Schweiz, Türkei)
Szenario: Steuerfreie Ausfuhrlieferung an Käufer außerhalb der EU.
Verkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8120 (Umsatz Drittland) | VK brutto | — | Steuerfrei (§4 Nr. 1a UStG) |
| 2 | 3204 (WE-VK Drittland) | 3980 (Bestand) | EK | — | Bestandsausbuchung |
Nachweise gemäß §6 Abs. 4 UStG i.V.m. §§8–17 UStDV: Ausfuhranmeldung (ATLAS/MRN), Frachtpapiere, Empfangsbestätigung im Drittland. Bei Drittland-Kunden ohne USt-IdNr. bleibt Feld 40 leer.
Wichtig: Konto 8120 (SKR03) / 4120 (SKR04) ist das Drittland-Erlöskonto — nicht das generische Umsatzerlöskonto. 8120 bedeutet „steuerfrei (Ausfuhr)”, nicht „Standardumsatz”.
Deep-Dive: Fahrzeugverkauf ins Drittland — MRN & Ausfuhrnachweis
Case 6: Negative Marge (Verlustverkauf §25a)
Szenario: EK 20.000 €, VK 18.000 €. Die Marge ist negativ.
Autaxo verwendet Einzeldifferenz (pro Fahrzeug). Bei negativer Marge entfällt die Margen-Umbuchung:
Verkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 18.000,00 | — | VK brutto |
| 2 | 3202 (WE-VK §25a) | 3980 (Bestand §25a) | 20.000,00 | — | Bestandsausbuchung EK |
Keine Zeile 8193→8191, weil keine positive Marge existiert. In SKR51 wird stattdessen das Konto 8112 (Umsatz §25a Marge negativ) verwendet, um den Verlustanteil separat auszuweisen.
Kfz-Handelsbuch: Der Deal wird als Verlust (negativer Gewinn) ausgewiesen. In der Buchhaltung erfolgt keine Umbuchung auf das Margenkonto, weil keine negative Umsatzsteuer entstehen kann. Die Bemessungsgrundlage ist 0 €.
Gesamtdifferenz (§25a Abs. 4 UStG — Saldierung über alle Fahrzeuge eines Zeitraums) ist in Autaxo nicht implementiert. Händler, die Gesamtdifferenz beantragen, müssen die Saldierung manuell in DATEV vornehmen.
Case 7: Gemischte Rechnung — Fahrzeug §25a + Nebenleistungen (19%)
Szenario: Fahrzeug §25a (18.500 €) + Garantieverlängerung (500 € netto) + Zulassungskosten (200 € netto) auf einer Rechnung.
Autaxo erzeugt für jede Position eine separate Buchungszeile mit eigenem Steuerfall:
Verkauf (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 18.500,00 | — | Fahrzeug §25a |
| 2 | 8193 (Gesamt) | 8191 (Marge) | Marge | — | §25a-Marge |
| 3 | 3202 (WE-VK §25a) | 3980 (Bestand) | EK | — | Bestandsausbuchung |
| 4 | 10xxx (Debitor) | 8400 (Umsatz regelbesteuert) | 595,00 | — | Garantie 500 € + 19% = 595 € brutto |
| 5 | 10xxx (Debitor) | 8400 (Umsatz regelbesteuert) | 238,00 | — | Zulassung 200 € + 19% = 238 € brutto |
Nebenleistungen (Garantie, Zulassung, Überführung) werden als separate Positionen mit eigenem Steuerfall exportiert — nicht über das §25a-Konto.
Case 8: Storno / Gutschrift
Szenario: Rechnung wurde falsch ausgestellt → Storno → neue Rechnung.
Bei einer Storno-Transaktion wird das S/H-Kennzeichen automatisch umgekehrt. Alle Buchungszeilen werden gespiegelt:
Storno (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 8193 (Umsatz §25a Gesamt) | 10xxx (Debitor) | 18.500,00 | — | Storno VK (S/H umgekehrt) |
| 2 | 8191 (Marge) | 8193 (Gesamt) | Marge | — | Storno Marge |
| 3 | 3980 (Bestand) | 3202 (WE-VK §25a) | EK | — | Storno Bestandsausbuchung |
Die Zuordnung erfolgt über das EXTF-Feld Belegfeld 1 (Rechnungsnummer). Danach wird eine neue Transaktion mit korrekten Daten erstellt und exportiert.
Bestandsrückbuchung: Bei Storno einer Verkaufsrechnung wird das Fahrzeug in Autaxo automatisch wieder in den Bestand aufgenommen. Im Export werden alle ursprünglichen Buchungen gespiegelt — inklusive Rückbuchung der Bestandsausbuchung (Bestand an WE-VK). Gleiches gilt umgekehrt: Bei Storno einer Einkaufsrechnung wird das Fahrzeug wieder aus dem Bestand herausgenommen.
Teilstornos: Aktuell nicht unterstützt. Beispiel: Nur die Garantie-Position einer gemischten Rechnung stornieren, Fahrzeug bleibt → geht derzeit nicht. Die gesamte Rechnung muss storniert und anschließend eine neue Rechnung erstellt werden. (Teil-Stornos sind für kommende Versionen geplant.)
Storno nach BDS-Übertragung: Wenn eine bereits per BDS übertragene Rechnung storniert wird, erzeugt Autaxo eine neue Storno-Buchung, die bei der nächsten Stapelübertragung mitgegeben wird. Beispiel: Wird im April eine März-Rechnung storniert, wird die Storno-Buchung mit dem April-Stapel an die Kanzlei übertragen.
Case 9: EÜR + OPOS — Wann wird der Einkauf wirksam?
Szenario: Händler (EÜR) kauft im Dezember ein Auto für 25.000 €, verkauft erst im Februar.
Bei EÜR gilt das Zufluss-/Abflussprinzip gemäß §11 EStG. Autaxo exportiert den Einkauf als OPOS-Buchung (Kreditor):
| Schritt | Soll | Haben | Betrag | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 1 — Rechnung (Dez.) | 3200 (WE §25a) | 70xxx (Kreditor) | 25.000,00 | OP wird angelegt; EÜR-wirksam erst bei Zahlung |
| 2 — Zahlung (Jan.) | 70xxx (Kreditor) | 1200 (Bank) | 25.000,00 | OP-Ausgleich → jetzt EÜR-wirksamer Aufwand |
Wichtig zu verstehen:
- Wird im Dezember bezahlt, ist der Einkauf im Dezember Aufwand — unabhängig vom späteren Verkauf im Februar.
- OPOS bewirkt die zeitliche EÜR-Wirkung bis zur Zahlung, nicht bis zum Verkauf.
- Eine erfolgsneutrale Parkung auf Bestandskonten (wie bei Bilanz) erfolgt bei EÜR nicht — das wäre bilanzielle Logik.
Case 10: Kommissionsgeschäft (in der Pipeline)
Echtes Kommissionsgeschäft (Fahrzeug bleibt im Eigentum des Auftraggebers) ist in Autaxo noch kein separater Buchungsfall. Händler, die Kommissionen abwickeln, legen das Fahrzeug derzeit als Einkauf an und die Provision als separate Position:
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 10xxx (Debitor) | 8400 (Provisionsumsatz) | 1.500,00 | — | Provision regelbesteuert (19%) |
Case 11: Steuerfall-Wechsel nach Rechnungsstellung
Szenario: §25a-Rechnung wurde erstellt, aber nachträglich stellt sich heraus, dass Regelbesteuerung nötig war (z.B. weil doch ein Vorsteuerabzug beim Einkauf möglich war).
In Autaxo muss die ursprüngliche Rechnung vollständig storniert werden (siehe Case 8). Anschließend wird eine neue Rechnung mit dem korrekten Steuerfall erstellt. Die entsprechenden Storno- und Neubuchungen werden im nächsten Export ausgegeben.
Ein nachträglicher „Steuerfall-Wechsel” ohne Storno ist systemseitig nicht möglich — das verhindert inkonsistente Buchungsstände in DATEV.
Case 12: Vorsteuer auf Reparaturen bei §25a-Fahrzeugen
Szenario: Händler kauft ein §25a-Fahrzeug für 15.000 € (kein Vorsteuerabzug). Anschließend Reparatur für 500 € netto + 95 € USt (19%).
Die Vorsteuer aus Reparatur- und Wartungsrechnungen ist grundsätzlich abzugsfähig (§15 UStG) — sie stammt nicht aus dem differenzbesteuerten Fahrzeugeinkauf, sondern aus eigenständigen Leistungen.
Reparaturbuchung (Bilanz):
| Zeile | Soll | Haben | Betrag | BU | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Aufwandskonto (z.B. 4530) | 70xxx (Kreditor) | 500,00 | — | Reparaturkosten netto |
| 2 | 1576 (Vorsteuer) | 70xxx (Kreditor) | 95,00 | — | Vorsteuer 19% (abzugsfähig) |
Wichtig: Die Reparaturkosten erhöhen nicht den Einkaufspreis und nicht den Bestandswert. Sie mindern auch nicht die §25a-Marge (Bemessungsgrundlage). Sie sind reiner Aufwand, der den Gewinn mindert — aber die USt-Berechnung auf die Marge bleibt unverändert.
Autaxo: Reparaturrechnungen werden als Kostenpositionen am Fahrzeug erfasst. Der Steuersatz (7% oder 19%) kann manuell qualifiziert werden. Zukünftig: KI-basierte Steuersatz-Erkennung und frei konfigurierbares Konten-Mapping in den Einstellungen.
Teil 7: BU-Schlüssel — Nur an einer einzigen Stelle
Kurzantwort: Autaxo setzt BU-Schlüssel nur bei igE-Umbuchungen (BU 40). §25a-Verkäufe brauchen keinen BU-Schlüssel — die Konten tragen die Steuerlogik.
Ein weit verbreiteter Irrtum: Viele Quellen beschreiben BU-Schlüssel 40 als Pflicht für §25a-Verkäufe. Das ist falsch, wenn die dedizierten §25a-Konten (8193/8191) verwendet werden.
Autaxo setzt BU-Schlüssel an genau einer Stelle: BU 40 für die igE-Umbuchung (innergemeinschaftlicher Erwerb, Bestandskonto an WE-igE). Alle anderen Buchungen haben keinen BU-Schlüssel.
Eine Kollision durch falsch gesetzte BU-Schlüssel ist damit systemseitig ausgeschlossen.
Teil 8: ZM — Wann wird gemeldet?
Kurzantwort: Nach Rechnungsdatum bzw. Ausführungszeitpunkt — nicht nach Zahlungszeitpunkt. Gilt für EÜR und Bilanz gleich.
Die Zusammenfassende Meldung (ZM) richtet sich gemäß §18a Abs. 6 UStG nicht nach dem Zahlungszeitpunkt, sondern nach dem Zeitpunkt der Rechnungsausstellung (bzw. dem Folgemonat nach Ausführung, falls keine Rechnung vorliegt). Das gilt unabhängig von Bilanz oder EÜR.
| Aspekt | Buchung (EÜR) | Buchung (Bilanz) | ZM-Meldezeitraum |
|---|---|---|---|
| Zeitpunkt | Zahlungseingang | Leistungsdatum | Rechnungsdatum |
Die Herausforderung: Bei EÜR-Händlern liegt der Buchungszeitpunkt (Zahlung) oft in einem anderen Monat als der ZM-Meldezeitraum (Rechnung). Bei Bilanzierern kommt die Abgrenzung von Anzahlungen hinzu.
Teil 9: Fehlerkatalog — Die Top 5 DATEV-Export-Fehler
| # | Symptom | Ursache | Fix | ❌ Nicht tun |
|---|---|---|---|---|
| 1 | „DATEV connection expired” | Refresh Token abgelaufen (DATEV Single-Use Token zweimal verwendet) | OIDC-Verbindung neu autorisieren | ❌ Seite neu laden ohne Re-Auth |
| 2 | BDS-Job bleibt auf „Pending” | DATEV-API nicht erreichbar (Fehler 1008837) | Job erneut auslösen; DATEV-Status prüfen | ❌ Job manuell als erfolgreich markieren |
| 3 | „InvalidExtfHeader” (1008834) | Berater-Nr., Mandanten-Nr. oder WJ-Beginn falsch | DATEV-Stammdaten in Autaxo korrigieren | ❌ CSV manuell editieren |
| 4 | „PermissionMissing” (1008838) | DATEV-Scope unvollständig; DUO nicht aktiviert | Scope prüfen; DUO-Aktivierung bestätigen | ❌ Scope erweitern ohne Kanzlei |
| 5 | Falsche Kontonummern | SKR oder Sachkontenlänge falsch eingestellt | SKR und Länge korrigieren; neuen Export | ❌ Kontonummern in CSV ändern |
Was Autaxo präventiv verhindert
- Pflichtfeld-Prüfung vor EXTF-Generierung: Berater-Nr., Mandanten-Nr., SKR, Sachkontenlänge, Gewinnermittlungsart, WJ-Beginn müssen gesetzt sein
- Steuerfall-Validierung: Der Steuerfall jedes Deals wird automatisch vorgeschlagen und muss bestätigt sein
- DATEV-Client-Verifikation nach OIDC: Autaxo prüft, ob der konfigurierte Mandant in DATEV existiert
- Nonce-Validierung im OIDC-Flow gegen Replay-Angriffe
Teil 10: Was Autaxo kann — und was (noch) nicht
Warum Händler wechseln
Der Pain Point bei vielen DMS: Sie bilden den Verkauf „operativ” ab, aber lassen Händler und Kanzlei bei zwei Punkten allein:
- Steuerfall-Logik ist nicht erzwingend → falsche DATEV-Fälle, Umbuchungen, Rückfragen
- Dokumentationspflichten werden nicht als Prozess geführt → Risiko entsteht in der Betriebsprüfung
Autaxo verbindet Buchungslogik mit Compliance-Workflows. Beispiel: Bei einem EU-Verkauf legt Autaxo automatisch die relevanten Aufgaben an — USt-IdNr.-Prüfung (inkl. exportierbarem Bestätigungszertifikat), Gelangensbestätigung, Alternativnachweise — und trackt den Erfüllungsstatus pro Deal.
„Unsere Händler sparen ca. 70% der Zeit bei der Buchhaltungsvorbereitung, da sie alle Einkäufe und Verkäufe per Knopfdruck an den Steuerberater übergeben können. Kein Drucken, kein Sortieren, kein Abheften.”
Ehrliche Grenzen
- Gesamtdifferenzbesteuerung (§25a Abs. 4 UStG) wird nicht unterstützt — nur Einzeldifferenz
- Kommissionsgeschäft ist noch kein eigener Buchungsfall
- Teil-Stornos (einzelne Positionen einer Rechnung stornieren) sind noch nicht möglich — geplant für kommende Versionen
- KOST1/KOST2 (Kostenstellen) werden im EXTF noch nicht befüllt — SKR51-Händler mit Kostenstellen-Reporting können diese Dimensionen nicht automatisch übertragen
- Reparatur-Konten-Mapping ist aktuell manuell (7%/19%) — KI-basierte Steuersatz-Erkennung und konfigurierbares Konten-Mapping in Entwicklung
- Kassenbuch für Bargeldtransaktionen steht auf der Roadmap
Teil 11: Kanzlei-Setup — DUO-Checkliste
Damit der DATEV-Export sauber ankommt:
- ✅ DATEV DUO für den Mandanten aktivieren
- ✅ Beraternummer und Mandantennummer in Autaxo eintragen (Einstellungen → Integration → DATEV)
- ✅ Sachkontenrahmen (SKR03/04/51) und Sachkontenlänge konfigurieren
- ✅ Gewinnermittlungsart (Bilanz oder EÜR) und Wirtschaftsjahresbeginn einstellen
- ✅ DATEV OIDC-Verbindung autorisieren (OAuth-Flow über DATEV-Login)
Autaxo bietet ein 2-minütiges Trainingsvideo an, das die komplette DATEV-Einrichtung Schritt für Schritt erklärt.
Checkliste: DATEV-Export für Autohändler-Software
Basis
- EXTF-Format korrekt (Version 700, Datenkategorie 21)
- Kopfzeile als eine Zeile (kein Umbruch!)
- SKR konfigurierbar (03/04/51)
- Bilanz vs. EÜR korrekt abgebildet
Steuerfälle
- §25a Differenzbesteuerung (Konten 8193/8191, kein BU-Schlüssel)
- Regelbesteuerung (8400, Vorsteuer-Split bei Bilanz)
- igL steuerfrei (8125, USt-IdNr. in Feld 40)
- Drittland steuerfrei (8120, § 4 Nr. 1a UStG)
- Negative Marge (kein Margen-Split)
- Gemischte Rechnungen (separate Zeilen je Steuerfall)
Architektur
- Debitor/Kreditor (OPOS) mit deterministischer Kontonummern-Logik
- Bestandsausbuchung (WE-VK) bei Bilanz — zum EK netto, bei Rechnungsstellung
- Teilzahlungen / Barzahlungen mit OP-Ausgleichsbuchungen
- Storno mit S/H-Umkehrung und automatischer Bestandsrückbuchung
- Storno nach BDS-Übertragung: Nachreichung im Folgestapel
- Vorsteuer auf Reparaturen separat abzugsfähig (§15 UStG)
- Validierung vor Export
Für Autohändler: Software evaluieren
Wenn du eine Autohändler-Software auswählst, stelle diese Fragen:
- Werden Bilanz und EÜR getrennt abgebildet?
- Unterstützt die Software §25a und Regelbesteuerung und igL und Drittland?
- Wird über Debitor/Kreditor (OPOS) gebucht?
- Werden die Exporte von echten Steuerberatern geprüft?
- Gibt es eine API-Anbindung (BDS) oder nur manuellen CSV-Download?
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet Soll und Haben im DATEV-Export?
Soll und Haben bezeichnen die Seite einer Buchung, nicht Plus/Minus. Im EXTF bezieht sich das S/H-Kennzeichen (Spalte B) auf das Konto in Spalte G; das Gegenkonto bucht automatisch auf der anderen Seite.
Welche Konten für §25a Differenzbesteuerung?
8193/4138 (Gesamterlös) und 8191/4136 (Marge). VK-Betrag geht auf 8193, die Marge (VK − EK) wird auf 8191 umgebucht. Kein BU-Schlüssel nötig — die Konten tragen die Steuerlogik.
Brauche ich einen BU-Schlüssel für §25a?
Nein — wenn die dedizierten §25a-Konten (8193/8191) verwendet werden. BU-Schlüssel 40 wird in Autaxo nur an einer Stelle eingesetzt: für igE-Umbuchungen (innergemeinschaftlicher Erwerb).
Was ist der Unterschied zwischen Bilanz und EÜR im DATEV-Export?
Bilanz: Einkauf auf Bestandskonto (3980), Verkauf über Debitor + WE-VK-Ausbuchung. EÜR: Einkauf direkt auf Wareneinkaufskonto (3200/3400) gegen Kreditor, keine Bestandskonten, Aufwand erst bei Zahlung (OPOS).
Was ist das EXTF-Format?
CSV-basiertes DATEV-Austauschformat (Version 700, Semikolon-getrennt) mit standardisierter Kopfzeile und 120+ Spalten. Standard für den Import in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen und Unternehmen online.
Wie werden EU-Lieferungen gebucht?
Konto 8125 (SKR03) / 4125 (SKR04), steuerfrei, kein BU-Schlüssel. USt-IdNr. inkl. Länderpräfix in Feld 40 (EU-Land u. UStID). ZM-Meldung nach Rechnungsdatum.
Was passiert bei einer negativen Marge (§25a)?
Bei Einzeldifferenz (pro Fahrzeug): Der Verkauf wird auf 8193 (Gesamt) gebucht, aber keine Margen-Umbuchung auf 8191 — es gibt keine positive Marge. Im Kfz-Handelsbuch wird der Deal als Verlust ausgewiesen. In SKR51 wird das separate Konto 8112 für negative Margen verwendet.
Wie funktionieren Debitoren/Kreditoren in Autaxo?
Autaxo arbeitet OPOS-basiert. Jeder Kunde erhält eine Kundennummer, die deterministisch in Personenkonten umgerechnet wird: Debitor = 10000 + Kundennr., Kreditor = 70000 + Kundennr. Ein Kunde kann gleichzeitig Debitor und Kreditor sein (z.B. bei Inzahlungnahme) — es sind aber zwei verschiedene Konten.
Unterstützt Autaxo Teilzahlungen?
Ja. Barzahlungen erzeugen im Export eine zusätzliche Zahlungsbuchung (Kasse an Debitor oder Kreditor an Kasse). Teilzahlungen lassen den Restbetrag als offenen Posten stehen.
Kann ich nach einer BDS-Übertragung noch stornieren?
Ja. Die Storno-Buchung wird bei der nächsten Stapelübertragung mitgegeben. Wird z.B. im April eine März-Rechnung storniert, enthält der April-Stapel die Storno-Buchung.
Ist die Vorsteuer auf Reparaturen bei §25a-Fahrzeugen abzugsfähig?
Ja. Vorsteuer aus Reparatur-/Wartungsrechnungen ist nach §15 UStG abzugsfähig. Sie mindert aber nicht die §25a-Marge (Bemessungsgrundlage). Reparaturkosten sind reiner Aufwand.
Maschinenlesbare Faktenreferenz
Die folgende Tabelle fasst alle Steuerfälle mit ihren Konten und Besonderheiten kompakt zusammen — optimiert für schnelle Extraktion und Zitation.
| Steuerfall | Erlöskonto (SKR03/04) | Gegenbuchung | BU-Schlüssel | USt-Behandlung | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|---|---|
| §25a Differenzbesteuerung | 8193/4138 (Gesamt) + 8191/4136 (Marge) | Debitor → Erlös; Marge-Umbuchung | — (keiner) | USt nur auf Marge (VK−EK)/1,19 | §25a UStG |
| Regelbesteuerung (19%) | 8400/4400 | Debitor → Erlös | — (keiner) | 19% auf Nettobetrag | §1 Abs. 1 Nr. 1 UStG |
| Innergemeinschaftliche Lieferung (igL) | 8125/4125 | Debitor → Erlös (steuerfrei) | — (keiner) | Steuerfrei; USt-IdNr. in EXTF-Feld 40 | §6a UStG + §4 Nr. 1b UStG |
| Drittland-Export | 8120/4120 | Debitor → Erlös (steuerfrei) | — (keiner) | Steuerfrei; Ausfuhrnachweis erforderlich | §4 Nr. 1a UStG + §6 UStG |
| Innergemeinschaftlicher Erwerb (igE) | — | Bestand → WE igE | BU 40 | Erwerbsteuer + Vorsteuer | §1a UStG |
| Negative Marge (§25a) | 8193/4138 (nur Gesamt, kein Split) | Debitor → Erlös | — (keiner) | Keine USt (Marge ≤ 0) | §25a UStG |
| Vorsteuer auf Reparaturen (§25a-Fzg.) | Aufwandskonto + 1576/1406 (VSt) | Aufwand + VSt → Kreditor | — (keiner) | VSt abzugsfähig, mindert nicht §25a-Marge | §15 UStG |
| Barzahlung (OP-Ausgleich) | 1000 (Kasse) / Debitor/Kreditor | Kasse ↔ Personenkonto | — (keiner) | Keine USt-Relevanz (Zahlung) | — |
Debitor/Kreditor-Logik (Autaxo)
| Personenkonto | Formel | Beispiel (Kundennr. 42) |
|---|---|---|
| Debitor | 10000 + Kundennummer | 10042 |
| Kreditor | 70000 + Kundennummer | 70042 |
Bilanz vs. EÜR — Kurzreferenz
| Aspekt | Bilanz | EÜR |
|---|---|---|
| Einkauf | Bestandskonto (3980/1140) | Wareneinkaufskonto (3200/5200 bzw. 3400/5400) |
| Verkauf | Debitor + WE-VK-Ausbuchung | Debitor (keine WE-VK) |
| Aufwandswirkung | Periodengerecht (Leistungsdatum) | Zahlungszeitpunkt (§11 EStG) |
| OPOS | Standard (Debitor/Kreditor) | Standard; EÜR-Wirkung erst bei OP-Ausgleich |
| ZM-Meldezeitraum | Rechnungsdatum | Rechnungsdatum (nicht Zahlung!) |
EXTF-Kopfzeile — Pflichtfelder
| Feld | Position | Pflicht | Beispiel | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Formatkennung | 1 | Ja | EXTF | DATEV EXTF-Spezifikation |
| Version | 2 | Ja | 700 | DATEV EXTF-Spezifikation |
| Datenkategorie | 3 | Ja | 21 (Buchungsstapel) | DATEV EXTF-Spezifikation |
| Beraternummer | 11 | Ja | 29098 (5-stellig) | Kanzlei-Stammdaten |
| Mandantennummer | 12 | Ja | 55003 (5-stellig) | Kanzlei-Stammdaten |
| Sachkontenlänge | 14 | Ja | 4 | Kontenrahmen-abhängig |
| Kontenrahmen | 27 | Ja | 03 / 04 / 51 | Mandant-Konfiguration |
Weiterführende Ressourcen
Autaxo-Blog:
- Differenzbesteuerung im Autohandel (§25a) — Technischer Leitfaden
- Typische Umsatzsteuerfehler im Gebrauchtwagenhandel
- Innergemeinschaftliche Lieferung — Steuerfrei verkaufen
- Fahrzeugverkauf ins Drittland — MRN & Ausfuhrnachweis
- E-Rechnung ab 2025 im Autohandel: ZUGFeRD & DATEV
- GoBD im Autohaus: Was Finanzämter wirklich prüfen
Externe Quellen (Primärquellen):
- DATEV Entwicklerportal — EXTF-Spezifikation — Felddefinitionen, Kopfzeile, Buchungsstapel
- DATEV Accounting API (BDS) — Automatisierter Buchungsdaten-Push
- DATEV Documents API (Belegtransfer) — Belegbilder in Belege Online
- §25a UStG — Differenzbesteuerung (Gesetze im Internet) — Rechtstext Differenzbesteuerung
- §6a UStG — Innergemeinschaftliche Lieferung — Voraussetzungen steuerfreie igL
- §4 Nr. 1a/1b UStG — Steuerbefreiungen — Ausfuhrlieferungen und igL
- §18a UStG — Zusammenfassende Meldung — ZM-Meldepflicht und Fristen
- §11 EStG — Zufluss-/Abflussprinzip — Grundlage für EÜR-Zeitpunktlogik
- §15 UStG — Vorsteuerabzug — Vorsteuer bei Reparaturen unter §25a
- UStH 2023 — §25a Differenzbesteuerung (BMF) — BMF-Auslegung und Verwaltungsanweisungen
- Zusammenfassende Meldung — Handelskammer Hamburg
Julian Goßen ist CEO der GOBERU Solutions UG und Entwickler von Autaxo — einer modernen Autohandel-Software mit integrierter DATEV-Schnittstelle. Die technische Implementierung der DATEV-Schnittstelle wurde in Zusammenarbeit mit Leonard Niehaus realisiert und von Steuerberatern aus der Automobilbranche geprüft.